Die Anisotropie von Holz ist eine Eigenschaft, bei der Holz je nach Richtung der einwirkenden Kräfte oder des Wärme- und Feuchtigkeitsflusses im Verhältnis zur Faserrichtung unterschiedliche mechanische und physikalische Eigenschaften aufweist.
Holz verhält sich entlang der Fasern anders als in den beiden Querrichtungen – radial und tangential zu den Jahresringen. Aus diesem Grund wird es manchmal als orthotropes Material. In der Praxis wirkt sich dies unter anderem auf die Festigkeit, Steifigkeit, Verformbarkeit, Schrumpfung und Quellung von Holzelementen aus.
Die Anisotropie von Holz spielt bei der Planung und Ausführung von Konstruktionen eine wichtige Rolle (z. B. Dachstühle). Die Materialeigenschaften in Faserrichtung sind in der Regel deutlich günstiger als in Querrichtung. Aus diesem Grund beeinflusst die Anordnung der Bauteile deren Tragfähigkeit und Lebensdauer. Die Anisotropie wird auch bei der Holzbearbeitung und der Herstellung von Verbindungen berücksichtigt. Sie wird zudem bei der Planung von Maßnahmen zum Schutz vor Verformungen aufgrund von Feuchtigkeitsschwankungen und Nutzungsbedingungen berücksichtigt.



